Das Jobcenter - ein Erfolg in langen Linien

Chronik und Wirkung der Arbeitsmarktreform in Lippe von 2005-2025


Das Jobcenter Lippe, in seiner moderaten Aufstellung und wechselvollen Entwicklung als vollkommen neugegründete Behörde, agiert seit 20 Jahren sehr erfolgreich im Flächenkreis Lippe mit seinen besonderen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. In der langen Geschichte ist dabei von besonderem Interesse, dass es mehr zu betrachten gibt, als erfolgreiche jährliche Werte der Arbeitsmarktintegration. Das Plakat verdeutlicht die wechselvolle Geschichte besonders hinsichtlich der Unterscheidung einer gesetzgebenden Bundesebene und einer ausführenden regionalen Ebene.


Deutlich bei der Betrachtung der Arbeitsmarktreform in den letzten 20 Jahren wird die Überstrahlung der politischen Ebene auf Bundesebene zur tatsächlichen operativen Arbeit der Jobcenter auf der Ebene des Kreises.  Erstere ist geprägt durch Parteikompromisse, wechselnde Arbeitsministerinnen und -minister und deren spezifischen Ansatz bei der Gesetzesentwicklung im jeweils aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext. Die zweite Ebene ist dabei vollkommen unterbeleuchtet hinsichtlich der Komplexität der Aufgaben, der Ausstattung, der Widersprüche in der Aufgabenwahrnehmung und ganz besonders hinsichtlich des Erfolgs in langen Linien. Jeder hat eine Meinung zu „Hartz IV“, zum Bürgergeld und zur grundsätzlichen Frage, wie Arbeitslose am besten „in Arbeit“ gebracht werden sollen. Ein Vergleich der Bundesebene mit der regionalen Ebene zeigt deutlich die Schärfe der politischen und medialen Auseinandersetzung: Auf Bundesebene entstanden „Hartz IV-Fernsehformate“ und auch der Boulevard und Politiker hielten sich nie zurück, Jobcenter-Kunden kollektiv zu diffamieren. Auf regionaler Ebene sieht das anders aus. Die Lippische Landes-Zeitung und auch anderen heimische Medien haben die Arbeit des Jobcenters in den vergangenen zwanzig Jahren zumeist positiv begleitet.  


Der verengte Fokus der bundespolitischen Ebene führt allerdings auch dazu, dass die kommunalen Entscheidungsträger häufig nur auf die Integrationszahlen fixiert sind und viele andere Aspekte der operativen Arbeit des Jobcenters teilweise aus den Augen verloren haben. Selbst nach zwanzig Jahren Existenz des Jobcenters ist Vielen der Unterschied zwischen der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter nicht klar geworden. Außerdem wird die Bedeutung der komplexen Aufgabe, die materielle Existenz für rund 24.000 Kundinnen und Kunden des Jobcenters sicherzustellen, eher gering eingeschätzt.  
Die ursprüngliche Zielsetzung der Arbeitsmarktreform, die Langzeitarbeitslosen der 2000er Jahre wieder in Beschäftigung zu bringen, wurde schon im Jahr 2012 erreicht. Der Aufwand, der in den Jobcentern durch neue Kundengruppen (Geflüchtete, andere Drittstaaten, EU-Bürger) und prekäre Beschäftigung entstand, wird nicht in seiner Bedeutung meist unterschätzt.


Das Jobcenter Lippe mit seinen rund 400 Mitarbeitenden hat sich als funktionierende, bürgerfreundliche und kompetente Behörde, die in Lippe insgesamt rund 12.000 Familien mit 24.000 Menschen erfolgreich betreut, bewiesen. Dazu musste und muss sich das Jobcenter ständig den neuen Anforderungen durch Bürokratiezuwachs und Gesetzesänderungen stellen und sich stetig modernisieren, um im Transformationsprozess bestehen zu können.




Der Zeitstrahl zeigt die Entwicklung des Jobcenters Lippe bei gleichzeitiger Darstellung entscheidender Wegmarken der Bundespolitik.


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