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UN-Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember

Fleißig schneidet Jessica Tomaten und bereitet den Salat vor. Koch und Ausbilder Heinz Zimmermann mahnt zur Eile: „Das Gemüse muss fertig werden!“ Bei 1.800 Schülern, die jeden Tag im Schulzentrum Aspe vom Integrationsunternehmen Pop&Corn mit Essen versorgt werden, geht es manchmal ziemlich hektisch zu. Eine Stresssituation, mit der Jessica lernen muss umzugehen – trotz ihrer psychischen Einschränkungen. Sie freut sich, einen Ausbildungsplatz als Beiköchin bekommen zu haben, und das dies möglich war, verdankt sie auch der finanziellen Förderung durch das Jobcenter Lippe.

„Ich habe meiner Mutter schon immer beim Kochen geholfen und kann jetzt endlich mein Hobby zum Beruf machen“, sagt die 24-Jährige. Sie hat die Förderschule erfolgreich abgeschlossen und fand trotzdem keinen Ausbildungsplatz. „Arbeit gehört zu einem gleichberechtigten und selbstständigen Leben dazu“, sagt Michael Rosentreter, Vorstand des Jobcenters Lippe. Einen Satz, den Monika Zimmermann, Geschäftsführerin von Pop&Corn, nur unterstreichen kann. Ihr Integrationsbetrieb bietet rund 150 behinderten und nicht-behinderten Menschen einen Arbeitsplatz. Eine Aufgabe haben, eigenes Geld verdienen und die sozialen Kontakte durch den Beruf sind wichtige Bausteine für ein erfülltes Leben. Daran zu erinnern, ist ein Anliegen des Tages der Menschen mit Behinderung, den die Vereinten Nationen jedes Jahr am 3. Dezember ausrufen.  

 

Jobcenter und Integrationsbetrieb, legen besonders viel Wert darauf, den Menschen mit Behinderung eine anerkannte Ausbildung zu ermöglichen. „Wir sind zunächst wie jedes andere Unternehmen des allgemeiner Arbeitsmarkt. Als Integrationsbetrieb gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse unseren Auszubildenden ein, können ihnen oft mehr Zeit und Raum geben, um sich zu entwickeln und ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen zu stärken“, so Zimmermann. Jessica würde zum Beispiel aufgrund ihres psychischen Handicaps den Stress in einer Großküche momentan nicht bewältigen. Zu viele Menschen und Aufgaben auf einmal machen sie nervös, dann hapert es mit der Konzentration und sie fühlt sich überfordert. „Ruhe und Sicherheit auch in stressigen Situationen zu behalten, das kann man lernen und Jessica hat hier den geschützten Rahmen dafür“, sagt ihr Ausbilder Heinz Zimmermann.  

 

Eine Ausbildung für Menschen mit Behinderung ist jedoch nicht nur auf Integrationsbetriebe beschränkt. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, auch reguläre Firmen und Betriebe für die Ausbildung der Betroffenen zu gewinnen“, erklärt Rosentreter. Um ihnen Anreize zur Einstellung behinderter Jugendlicher zu bieten, werden die ausbildungswilligen Unternehmen gefördert. „Zum einen kann das Jobcenter selbst einen Teil des Ausbildungsgehaltes bezahlen und so die Unternehmen entlasten. Zum anderen beteiligen wir uns immer wieder an neuen Projekten und Fördermöglichkeiten anderer Institutionen.“ So unterstützt das Jobcenter Lippe zum Beispiel Unternehmen dabei, Fördermittel von der „Initiative Inklusion“ des Landes Nordrhein-Westfalen zu erhalten – ein Projekt, das noch bis Ende 2013 läuft. Hierüber können unter anderem zusätzliche Ausstattungen für den Ausbildungsplatz, Coaching oder Mobilitätshilfen wie ein Führerschein bezahlt werden. „Das sind Investitionen in die Zukunft dieser jungen Menschen, die sich lohnen“, erklärt Rosentreter.

 

Eine andere Fördermöglichkeit ist das vom Jobcenter finanzierte Qualifizierungsjahr. Hier bekommen die Betroffenen die Chance, ein Jahr lang in einem möglichen Ausbildungsbetrieb zu arbeiten und auch bereits die Berufsschule zu besuchen. „Für uns ist das Qualifizierungsjahr eine ganz wichtiges Instrument“, sagt Geschäftsführerin Zimmermann. „Wir lernen den möglichen Auszubildenden mit all seinen „Macken“ und Handicaps kennen und auch derjenige selbst kann nochmal überprüfen, ob er sich der Ausbildung gewachsen fühlt.“    

 

„Ich stehe jeden Morgen um 4.30 Uhr auf, aber das macht mir gar nichts aus, weil ich mich bei Pop&Corn total wohl fühle und mir die Ausbildung großen Spaß macht“, sagt Jessica. Und Koch Heinz Zimmermann ist hoch zufrieden mit seiner engagierten Auszubildenden.

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