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Gesundes Essen und Sport helfen Langzeitarbeitslosen
Warum sollte ich früh aufstehen? Warum mich schick machen? Warum sollte ich einkaufen und frisch kochen? Menschen, die lange arbeitslos sind, fällt es oft schwer, auf diese Fragen positive Antworten zu finden. Ohne Ziele und berufliche Verpflichtungen fehlt eine feste Tagessstruktur, die Sinn und Halt gibt. Deshalb bietet das Jobcenter Lippe pro Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Verein Arbeit – Wohnen – Bildung (awb e.V.) in Bad Salzuflen ein sogenanntes „Aktivcenter“ für 16 Arbeitslosengeld-II-Empfänger an.
Oftmals bestimmen übermäßiger Medienkonsum und schnelles, ungesundes Essen die Tage von Langzeitarbeitslosen und führen zu Gewichtszunahme und anderen physischen und psychischen Erkrankungen. Diese wiederum erschweren die Jobsuche. Ein Kreislauf entsteht, den die Betroffenen nur schwer alleine durchbrechen können. Das Aktivcenter hilft ihnen, das zu ändern. Ziel ist es, krankmachende Gewohnheiten zu hinterfragen, den erwerbslosen Menschen ein positiveres Selbstbild zu vermitteln sowie ihnen den Willen und die Stärke zurückzugeben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu ändern.
Entscheidung für ein besseres Leben
„Wir wollen den Teilnehmern verdeutlichen, dass es in ihrem Ermessen steht, ihre Lebenseinstellung und -qualität zu verbessern“, erklärt Thomas Jeckel, Bereichsleiter beim Jobcenter Lippe pro Arbeit. Dazu gehört auch, sich bewusst für gesunde Ernährung und sportliche Betätigung zu entscheiden. Es wird für die Teilnehmer ein individueller Ernährungs- und Bewegungsplan erstellt. Sie lernen, wie man auch mit eingeschränktem finanziellem Budget gesund einkauft, und beim gemeinsamen Kochen und Mittagessen experimentieren sie nicht nur mit neuen Rezepten, sondern lernen auch, wie wichtig eine gemeinsame Mahlzeit für eine Gemeinschaft ist.
Das Projekt „Gesunde Ernährung, Budgetplanung und sportliche Betätigung“ ist nur ein Baustein des sechsmonatigen Aktivcenters. „Wir unterstützen das positivere Lebensgefühl durch Arbeitserprobungen in den Bereichen Holz und Metall, Bewerbungstrainings sowie durch Praktika in Betrieben und eine enge sozialpädagogische Betreuung“, sagt Marianne Klocke-Kramer, pädagogische Leitung des awb e.V. „Greift alles zusammen, nähern sich die Betroffenen dem Arbeitsmarkt wieder an.“
Jeder der Teilnehmer konnte durch das Aktivcenter für sich und seine individuelle Situation Erfolge erzielen – manche kleinere, andere größere Erfolge. So bekamen einige den Mut, Suchtproblematiken in Angriff zu nehmen. Andere ergriffen wieder die Initiative für ihr Leben, indem sie zur Schuldnerberatung gingen oder sich bei Selbsthilfegruppen anmeldeten. „Ein Teilnehmer hat durch das Praktikum, das Bestandteil des Aktivcenters ist, bereits einen Arbeitsplatz gefunden“, erzählt Jeckel. „Das ist natürlich der größte Erfolg, der uns ganz besonders freut.“ Alle Beteiligten hoffen, dass auch für die anderen Teilnehmer von nun an der Lebensweg weiterhin bergauf geht.
