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Endspurt für Bürgerarbeit

30 Plätze für Bürgerarbeit sind in Lippe noch zu vergeben. Das sind 30 Chancen für Langzeitarbeitslose Zugang, zum Arbeitsmarkt zu finden, und 30 Möglichkeiten für Organisationen und Kommunen, gemeinnützige Projekte umzusetzen, die sonst nicht finanzierbar wären. Ende 2011 läuft die Antragsfrist für die verbleibenden Plätze aus. Das Jobcenter Lippe pro Arbeit ruft deshalb gemeinnützige Arbeitgeber auf, sich zu melden.

Bürgerarbeit ist ein Projekt des Bundes, finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). 2010 hat sich das Jobcenter als Modellregion für das neue Projekt beworben und den Zuschlag für 150 Plätze erhalten. „Bürgerarbeit richtet sich an Langzeitarbeitslose, die nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelbar sind, z.B. weil sie keinen Schulabschluss haben, schlecht Deutsch sprechen oder eine Reihe psychosozialer Probleme aufweisen“, erklärt Thomas Jeckel, Bereichsleiter beim Jobcenter Lippe pro Arbeit. Arbeitslose, die für Bürgerarbeit in Frage kommen könnten, werden vorher einige Monate intensiv von den Mitarbeitern des Jobcenters betreut. Gemeinsam wird versucht Qualifizierungsdefizite abzubauen, soziale Hindernisse zu beseitigen und die Arbeitslosen auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Rund 30 Prozent der so betreuten Arbeitslosen schafften es, eine Arbeitsstelle aufzunehmen. Erst wenn endgültig ausgeschlossen ist, dass die Betroffenen auf den ersten Arbeitsmarkt unterkommen können, wird ihnen eine Bürgerarbeitsstelle angeboten.


Bürgerarbeiter können eingesetzt werden zum Beispiel für Umwelt- und Gesundheitsprojekte in Kindergärten, Sportprojekte für Migranten und Menschen mit Behinderungen, Hilfen für ältere Menschen bei Einkäufen oder Arztbesuchen, Fahrdienste oder Unterstützung des Küsters. Die Teilnehmer sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt und eine Stelle kann bis zu drei Jahren gefördert werden. Wichtig ist: Alle Aufgaben müssen gemeinnützig, im öffentlichen Interesse und zusätzlich sein. Das heißt, es dürfen keine regulären Arbeitsstellen verdrängt werden.


Bürgerarbeiter bieten wichtige Hilfe und Unterstützung

Wilfried Hallmann von der Lebenshilfe Detmold weiß, dass Bürgerarbeiter nur unterstützend tätig sein können. Der Leiter der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen hat bereits eine Bürgerarbeiterin eingestellt, weiter Stellen wurden bewilligt. „Aufgrund verschiedener Probleme und schwierigen familiären Situationen, mit denen die Teilnehmer kämpfen, können wir sie in unseren Werkstätten nicht wie reguläre Mitarbeiter einsetzen“, erklärt Hallmann. „Aber sie sind wertvolle Helfer und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir die uns anvertrauten Menschen noch besser betreuen können.“


Eine Einschätzung, die Jeckel nur bestätigen kann. „Die Teilnehmer sind hoch motiviert und setzen sich sehr ein. Gerade weil viele das Gefühl, gebraucht zu werden und für ihre Arbeit Anerkennung zu finden, seit langer Zeit nicht mehr erlebt haben“, so Jeckel. Er appelliert an antragsberechtigte Arbeitgeber sich um die verbleibenden 30 Plätze zu bewerben. „Im nächsten Jahr werden wir aufgrund fehlender Finanzmittel weniger sogenannter Ein-Euro-Jobs anbieten können. Durch Bürgerarbeit können gemeinnützige Arbeitgeber dieses Wegfall auffangen und ihre Angebot für die Menschen in Lippe aufrechterhalten.“


Interessierte Vereine, Wohlfahrtsverbände, Kommunen, kirchliche Einrichtungen und andere gemeinnützige Organisationen erhalten weitere Informationen bei Brigitte Wilting, Tel.: 05231/610-733 oder Brigitte.Wilting@jobcenter-ge.de

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